Sonntag, 05. September 2010
Vogtländischer Stollentag

Internationales Flair bei Stollentag

Stollenverband Sächsisches Vogtland kürt Weihnachtsgebäck - Österreichischer Bäckermeister bei Verkostung


Stollen - Wettbewerb

Gruppenbild mit Dame - Stollenfee Michaela Thoß mit dem Objekt der Begierde: dem mehrfach prämierten Vogtländischen Weihnachtsstollen. Im Hintergrund die Mitglieder des Stollenverbands Sächsisches Vogtland.

Foto: Silke Keller-Thoß

Auerbach. Der elfte Vogtländische Stollentag, am Donnerstag im Gasthof "Zur Eiche" in Auerbach, war der erste mit wirklich internationaler Beteiligung. So zumindest leitete Moderator Hans-Georg Möckel, leitender Amtstierarzt des Vogtlandkreises, die Verkostung vogtländischer Weihnachtsbäckerei ein. Denn unter die Gäste hatten sich auch Katrin Seidel und der Österreicher Alexander Adler gemischt. Katrin Seidel stammt aus Ellefeld, arbeitet seit Jahren in einem Hotel in Tirol und hat dort mit dem Bäckermeister die Liebe ihres Lebens gefunden. Im Mai wird geheiratet, am Donnerstag standen zunächst einmal vogtländische Leckereien auf dem Programm.

Insgesamt 13 Backstuben präsentierten ihre weihnachtlich duftenden Leckereien. Darunter waren nicht nur Weihnachtsbrote, wie die Stollen noch im Mittelalter genannt wurden, sondern auch Plätzchen, Lebkuchen und sogar Eis. Die Gäste hatten die Aufgabe, die Backwaren zu probieren und anschließend offen darüber abzustimmen, ob es Gold, Silber oder Bronze wird.

"Wir haben in der ,Freien Presse' einen Artikel über den Stollentag hier im Gasthof ,Zur Eiche' gelesen. Das hat uns angesprochen. Danach habe ich einfach eine E-Mail geschrieben, gefragt ob wir kommen können und heute sind wir hier", freute sich Katrin Seidel. Bäckermeister Adler kann sich offensichtlich für vogtländische Süßwaren begeistern. Sein Favorit ist jedoch eine Spezialität aus Tirol: "Achentaler Zelten" (Früchtebrot). Gleich die erste Kostprobe hatte es in sich - und zwar Chili. "Die Kombination von Schärfe und Süße ist sehr gut. Er hätte etwas saftiger sein können", lautete Bäckermeisters Adlers professionelles Urteil über die Cranberry-Lebkuchen mit Vollmilch-Chili-Schokolade.

Mit leerem Magen aber nicht mit leeren Händen war Reuths Bürgermeister Ulrich Lupart (DSU) nach Auerbach zum Verkosten gekommen. Im Gepäck hatte er einen gebackenen Grenzstreifen mit Wachturm für Innungsmeister Jörg Schürer. Eine Erinnerung an die Grenzöffnung vor 20 Jahren. "Das hat ein Bäcker aus Reuth hergestellt", sagte er. Er wünsche sich, dass die Bäckermeister im Vogtland durch eine Innung vertreten würden. Damit traf er bei Jörg Schürer voll ins Schwarze: "Wir müssen gemeinsam für uns und das Vogtland kämpfen und nicht gegeneinander."

 

Vogtland-Gold

 

Cranberry-Lebkuchen mit Vollmilch-Chili-Schokolade, Wunderlichs Backstuben, Markneukirchen.

Mohnrolle, Bäckerei und Konditorei Schürer, Morgenröthe-Rautenkranz.

Vogtländisches Stolleneis, Donner - Das Backhaus an der Burg, Mylau.

Cranberry-Sterne, Bäckerei Christian Fenderl, Lengenfeld.

Dinkelvollkornkekse nach Hildegard von Bingen, Heydenreich's Bäckerei & Stehcafé, Trieb.

Feine Elisen, Bäckerei Mevius, Ellefeld.

Mini-Lebkuchen mit Walnusshaube, Feinbäckerei Thumstädter, Altmannsgrün.

Nougatkränze, Landbäckerei Gotthold Troll, Taltitz.

Lebkuchendessert, Feinbäckerei Volker Wunderlich, Schreiersgrün.

Weihnachtsbuttersterne mit Nougat, Bäckerei Einert, Neumark.

Haselnusslebkuchen, Bäckerei Willy Lenk, Lengenfeld.

 

Vogtland-Silber

 

Lebkuchen, Bäckerei Schneider, Neumark.

Weihnachtliches Butterspritzgebäck, Bäckerei Seidel, Rodewisch.


 

Von Karsten Diekmann

 

Erschienen am 19.11.2009